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PETER DREHER

Seelenlandschaften

16. November 2018 – 5. Januar 2019
Koenig & Clinton
1329 Willoughby Ave
Brooklyn, NY 11237

Öffnungszeiten:
Dienstag–Samstag 11–18 Uhr
T 212 334 9255
F 212 334 9304
info@koenigandclinton.com
koenigandclinton.com

Die New Yorker Galerie Koenig & Clinton zeigt vom 16. November 2018 bis zum 5. Januar 2019 zum ersten Mal eine Gruppe von Landschaftsfragmenten, die in dieser Vollständigkeit noch nie zuvor präsentiert wurden.
Diese „Seelenlandschaften“ zeigen Himmelsausschnitte, die plein air in der Umgebung seines Ateliers in St. Märgen im Hochschwarzwald entstanden sind. Man kennt die Landschaftsbilder Schöne Tage im Hochschwarzwald, die sanften Hügelketten und Bergrücken des Südschwarzwaldes, die im Sommerglanz verschwimmen. Sie verführen offenbar zu einer kitschigen Verklärung als Erinnerungsorte von besonderer Bedeutung und werden damit sentimental aufgeladen. Diese gefällige Deutung führt allerdings an der Intention des Malers vorbei, denn er nimmt alle seine Modelle – ungeachtet ihrer Bedeutung – lediglich als Malanlass.
Die Himmelsbilder waren bis jetzt dem Publikum nahezu unbekannt. Die Einzelbilder der Reihe, die sich durch eine zeitliche Klammer wiederum zu einem Gesamtbild zusammenfassen lassen, zeigen die ganze Bandbreite der Malerei: Neben altmeisterlich wirkenden Gemälden stehen flächig angelegte und mit pastosem Duktus gemalte, die nahezu abstrakt wirken. Die Wahrhaftigkeit der Malerei wird spürbar beim Betrachten dieser Vielfältigkeit, man glaubt Peter Dreher einfach, dass ihm bei Malen jedes Kalkül fremd ist und er sich nur dem verpflichtet fühlt, was er sieht.
Man muss gleichzeitig demütig und verwegen sein, wenn man sich in die Landschaft wagt, um etwas so Flüchtiges und Veränderliches wie den Himmel zu malen. Deshalb müssen diese Himmelsbilder als Antagonisten zu dem Werkkomplex Tag um Tag guter Tag gelten. Der Künstler kann beim Malen des Himmels nichts steuern, weil sich alles seiner Kontrolle entzieht. Lichtsituationen und Wolkenformationen verändern sich ständig, sekündlich, minütlich. Peter Dreher muss sich hier von einem wie auch immer gearteten Realitätsanspruch verabschieden, denn er kann keinen bestimmten Moment materialisieren. Er kann eine Zusammenfassung vieler Momente erzeugen, eine Essenz des über Stunden Gesehenen. Was er zeigen kann, ist eine Idee des Himmels.

Irene von Neuendorff: Nachdenken über die Himmelsbilder von Peter Dreher

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