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PETER DREHER

Bildbilder

Gibt man in die Suchmaschine google das Wort Bild ein, erscheint an erster Stelle: Die seit dem 24. Juni 1952 im Axel-Springer-Verlag erscheinende überregionale Boulevardzeitung war lange Zeit die auflagenstärkste Tageszeitung Europas.
Peter Dreher, der bis jetzt nicht unbedingt als politischer Künstler in Erscheinung getreten ist, löst eine Assoziation aus, die den Begriff Bild(zeitung) mit dem tatsächlichen Bild (Kunstwerk) zusammenbringt und problematisiert damit unsere heutigen Seh- und Betrachtungsweisen. Die seit 1990 entstandene Werkreihe ist in einer Zeit der fake news und allgegenwärtigen medialen Bilderflut wieder hochaktuell. Diese Werkkomplex, die der Künstler als BildBilder bezeichnet, ließe sich am ehesten mit Hilfe des Begriffs der post pop art verorten.
Peter Dreher treibt bei der Werkreihe die Anverwandlung weiter, als bei den Arbeiten, die er nach Modellen oder plein air gemalt hat. Das flächige, gerasterte Massenprodukt einer Werbefotografie wird zurückverwandelt in ein Unikat, in dem sich die Virutosität des Künstlers ausdrückt.
Vielleicht wird gerade in diesem durch die millionenfache Betrachtung abgenutzten Sujets eines Nike Logos oder einer Parfumwerbung die Alleinstellung und Bedeutung des von Hand gemalten Bildes besonders deutlich.
Peter Drehers Werke sind hochkomplex, da sie mehrere Ebenen bzw. Brechnungen enthalten. Er „stempelt“ das Gemälde, in das wir uns vertiefen, ab, indem er über die gemalte Fläche mit schlichten schwarzen Lettern den Schriftzug Bild gesetzt hat. Nachdrücklich weist er uns darauf hin, dass wir eine Illusion betrachten.
Mach es dir nicht zu gemütlich, scheint der Maler dem Betrachter zuzurufen. Dieser möchte sich nicht von seiner Sehnsucht und seinem Wohlgefühl so einfach trennen und schaut auf die vollendeten Malflächen wie durch ein Gitter oder einen Spalt an den Buchstaben vorbei.

Nachdenken über Peter Drehers BildBilder
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